Schiffgasse 5 · Amberg
Das Notstainhaus in der Schiffgasse zählt zu den ältesten Gebäuden der Amberger Altstadt. Errichtet im späten 15. Jahrhundert als Wohnhaus eines Klerikers, war es von Beginn an Teil eines lebendigen Stadtgefüges, das von der unmittelbaren Nähe zur Vils und dem Alltag der Menschen geprägt war, die hier lebten und arbeiteten.
Über die Jahrhunderte hinweg hat das Haus vieles erlebt: wechselnde Besitzer, unterschiedliche Nutzungen, stille Veränderungen und die sichtbaren Spuren der Zeit. Eines jedoch ist geblieben: sein unverwechselbarer Charakter.
Seinen heutigen Namen verdankt das Haus Jon Notstain. Noch im Alter von 94 Jahren verkaufte er hier unverwüstliche Otto-Schuhe sowie Timex-Uhren aus den 1970er Jahren. Der Name „Notstain" hat sich über die Zeit gehalten als Erinnerung, als Bezugspunkt und als Teil der Geschichte dieses Hauses.
Wer heute durch die Tür tritt, betritt nicht nur ein Lokal, sondern ein Stück gelebte Stadtgeschichte, einen Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart selbstverständlich zusammenfinden, ohne dass es großer Worte bedarf.
Mit dem Erwerb des Hauses durch die Wohnwert GmbH war klar, dass hier mehr als ein Restaurant entstehen sollte. Die historische Substanz wurde behutsam saniert und für ihre heutige Nutzung bewahrt.
Als Pächter und Betreiber führt Daniel Hofmann diese Idee weiter. Gemeinsam mit seinem Team verbindet er den besonderen Charakter des Hauses mit zeitgemäßer Gastlichkeit.
Die Wohnwert GmbH, das familiengeführte Unternehmen von Nico Sticke, Wolfgang Schmidt und dessen Sohn Fabian, steht für die behutsame Entwicklung historischer Gebäude. So entstand in enger Zusammenarbeit zwischen Eigentümer und Betreiber ein Ort, der Geschichte bewahrt und mit neuem Leben erfüllt.
Die Sanierung war kein klassischer Umbau, sondern ein Prozess des Freilegens, Erhaltens und behutsamen Weiterdenkens. Ein zentrales Element ist die historische Decke im Obergeschoss, die in ihrer ursprünglichen Struktur erhalten bis heute ein unmittelbares Gefühl für die Bauweise vergangener Jahrhunderte vermittelt.
Auch der Boden im Obergeschoss ist original. Er wurde behutsam aufgearbeitet und trägt bis heute die Spuren der Zeit, die ihm seine besondere Wärme verleihen.
Das Logo des Notstain basiert auf der originalen Haustür. Teile einer alten Holzdecke wurden aufgearbeitet und finden sich heute als Tische im Restaurant wieder. Jeder Eingriff folgte demselben Grundsatz: nicht überformen, sondern verstehen und weiterführen.
Putz, Stein und Holz prägen die Räume des Notstainhauses und machen ihre Geschichte bis heute sichtbar.
Heute ist das Notstain ein Ort, der seine Geschichte nicht inszeniert, sondern selbstverständlich trägt. Die Räume wirken ruhig, authentisch und gewachsen, geprägt von Materialien, die schon immer Teil dieses Hauses waren.
Was einst als Haus eines Klerikers begann, ist heute ein Ort der Begegnung geworden.
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